7 Die Säge schärfen

Vor Kurzem habe ich das das Buch „Die 7. Wege zur Effektivität“ von Stephen R. Covey zum zweiten Mal gelesen. Die Klarheit und Logik dieses Buches faszinieren mich. Es handelt davon mithilfe von 7.Wegen sein Leben effektiv, also sinnvoll und lohnenswert, zu gestalten. In dieser Reihe beschreibe ich mit Beispielen, wie ich versuche jeden diese 7. Wege in meinem Leben anzuwenden.

Die ersten drei Wege dienten deinem persönlichen Erfolg. Bei den Wegen 4 – 6 ging es um deinen Erfolg im Team. Durch die ersten drei Wege erreicht man eigene Unabhängigkeit, da man selber proaktiv wird und das tut, was für einem selber und sein Leitbild am Wichtigsten ist. Durch die nächsten drei Wege erreicht man Interdependenz, was soviel heißt wie: Wechselseitige Abhängigkeit, um gemeinsam mit anderen mehr zu erreichen. Dieses Schema aus dem Buch „Die 7. Wege zu Effektivität für Jugendliche von Sean Covey“ verdeutlicht es recht gut:

Der 7. Weg ist dabei im Kreis um die anderen 6. Wege angeordnet. Bei diesem Weg geht es um Dich selber. Es geht um die regelmäßige Erneuerung und Stärkung der vier wichtigsten Dimensionen im Leben: Körper, Verstand, Herz und Seele. In dem oben genannten Buch wird auch gut beschrieben, warum er die Säge schärfen heißt:

Stell dir vor, du gehst im Wald spazieren. Plötzlich triffst du jemanden, der versucht, einen Baum zu fällen, und sich dabei total verausgabt. Du fragst ihn, was er da macht:
»Das siehst du doch. Ich fälle einen Baum«, erwidert er genervt.
»Wie lange versuchen Sie es denn schon?«
»Volle vier Stunden. Aber irgendwie komme ich nicht voran«, sagt
der Mann, während ihm der Schweiß vom Kinn tropft.
»Hmm, Ihre Säge sieht aber auch ziemlich stumpf aus«, antwortest
du. Warum machen Sie keine Pause, um Ihre Säge zu schärfen?«
»Für so was habe ich keine Zeit, ich muss erst den Baum fällen!«
Wenn sich der Mann nur ein paar Minuten
Zeit nehmen würde, um seine Säge zu
schärfen, wäre er vermutlich dreimal
so schnell fertig. Ähnlich wie dem
Mann mit der Säge geht es vielen von uns. Oft sind wir so beschäf- tigt, dass wir völlig vergessen, uns eine Pause zu gönnen. Der 7. Weg
erinnert uns daran.

Körper

Mache Sport, ernähre Dich gesund und höre auf deinen Körper. Dabei kannst du auch viele Sachen ausprobieren. Es macht richtig Spaß.

Sachen ausprobieren und Verhaltensweisen entwicklen

Beobachte wie es Dir geht, wenn du etwas gegessen oder getrunken hast und lerne daraus. Lerne auch, wieviel Schlaf du benötigst. Die meisten Menschen brauchen zwischen 5-8 Stunden Schlaf. Aber wie du hier siehst haben wir eine Differenz zwischen Minimum und Maximum von drei Stunden. Wieviel Schlaf braucht du um am Morgen fit zu sein? Finde es heraus.

Stelle deinen Wecker jeweils für eine Woche auf eine bestimmte Aufstehzeit und geh immer um dieselbe Zeit ins Bett. Ich weiß, das ist hart! Aber versuche es trotzdem mindestens für eine Woche durchzuziehen. Und schau danach, wie du Dich fühlst. Brauchst du mehr Schlaf oder weniger?

Ernährung

Vermeide auch immer dasselbe zu essen. Das die ganze Zeit Chips und Cola nicht gut ist, sollte uns klar seien. Aber auch die ganze Zeit nur Milch zu trinken und Proteinriegel zu essen ist ungesund. Vermeide Extreme und ernähre Dich ausgewogen. Probiere hierbei immer wieder Neues aus.

Gestern habe ich zum Ersten Mal in meinem Leben Austern gegessen. Ich mochte sie nicht. Aber ich habe mich gezwungen mindestens 20 Stück zu essen. Warum? Weil ich ausprobieren will, ob sie mir vielleicht doch schmecken. Genauso habe ich es auch mit Oliven gemacht. Ich habe sie am Anfang gehasst und mich gezwungen sie zu essen. Jetzt liebe ich sie! 🙂

Sport

Such Dir einen Sport, der Dir gefällt. Es muss nicht das Fitnessstudio sein, aber es kann es. Es ist egal, was du machst und es ist auch egal, ob Dir der Sport die Bodybuilder-Figur gibt oder nicht. Wichtig ist nur, dass du den Sport gerne macht.

Wenn du einen Sport nicht gerne machst und ihn nur ausübst, weil du ihn machen musst, deine Eltern Dich dazu zwingen, du denkst dieser Sport wäre cool oder deine Freunde ihn machen, dann wird es langfristig dazu führen, dass du diesen Sport nicht oft und regelmäßig ausübst. Wieviele Leute fangen an Sylvestern mit guten Vorsätzen im Fitnessstudio an, nur um dann im Februar wieder damit aufzuhören, aber weiterhin den Mitgliedsbeitrag schön weiter zahlen. Für die Finanzen ist das übrigens auch nicht gut.

Deswegen such Dir einen Sport, den du gerne regelmäßig und öfters in der Woche machst. Bei mir ist es das Radfahren mit meinem E-Mountainbike! Ideal wäre es, wenn du es mindestens dreimal die Woche für mindestens 30 Minuten machst.

Wichtig: Deine Ausstrahlung ist wichtig als dein Aussehen

Was du auf Instagram siehst, entspricht oft nicht der Wahrheit. Was du bei bei „Germanys Next Topmodel“ siehst, ist nicht dein Anspruch. Scheinbar will jeder heutzutage superschlank und durchtrainiert sein. Viele helfen dabei mit einseitiger Ernährung und ungesunden Diäten nach. Auch Bildbearbeitsprogramm, Filter und Make-up werden oft benutzt. Jeder noch so kleiner Makel wird wegretuschiert.

Dabei machen dich diese Makel aus. und es gibt genug Menschen, die es ein weniger fülliger mögen, die auf Sommersprossen, lockiges Haar, blasse oder braune Haut stehen. Wichtig ist nicht, wie du aussiehst, sondern, dass du dich selber wohlfühlen und dass auch ausstrahlst! Deine Ausstrahlung ist wichtiger als dein Aussehen!

Verstand

Lies ein Buch, schreibe einen Blog, erwerbe Dir neue Fähigkeiten und werde kreativ. Ich habe gestern zum ersten Mal Muscheln gegessen und meiner Frau die Haare geschnitten. Sie sass auf einen Stuhl vor dem Fernseher, auf dem das YouTube Video zum Haarschneiden lief und ich hinter ihr mit einer Schere und einem Kamm bewaffnet. Ich habe versucht mich anzustrengen und nach zwei Stunden war meine Frau sehr zufrieden. Immerhin: Ich kann jetzt einigermaßen eine Bob-Frisur schneiden. Mich macht es diese neue Wissen und das Lob meiner Frau sehr stolz.

Jetzt wirst du sagen, dass dieses Wissen für meine Zukunft total unwichtig ist. Wichtig ist, dass ich mich auf die Schule und danach mein Studium oder meine Ausbildung konzentriere. Aber meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass man erfolgreich ist, wenn man generell nie aufhört zu lernen und immer etwas für seinen Kopf tut. Alles was du machst, das über die Schule hinausgeht, wird sich früher oder später bezahlt machen. Betrachte es als lohnende Investition in deine Zukunft. Ein Beispiel:

Als Schüler habe ich mit meinen Freunden in der 13. Klasse den Abifilm gedreht. Wir haben dazu ein ganzes Jahr gebraucht und es hat uns viel Zeit gekostet. In der Schule hat uns das erstmal nichts gebracht. Aber wir haben viel über Filmproduktion und -Schnitt gelernt. 2013 habe ich als Lehrer angefangen mit meinem Kollegen Erklärvideos in Mathematik zu drehen und wir wurden damit richtig erfolgreich. Das Wissen über Filmproduktion- und Schnitt hat mir mehr als 10 Jahre später sehr geholfen. Mal schauen, vielleicht starte ich in 10 Jahren ja ein Friseurbusiness…. 🙂

Also trainiere deinen Kopf. Lesen ist dazu eine schöne Möglichkeit. Aber du kannst auch Podcast oder Audiobücher hören. Ich höre zum Beispiel ganz oft beim Fahrrad fahren ein spannendes Audiobook. Ich mache Sport und lerne noch dabei! Es gibt aber soviel Möglichkeiten. Hier sind nur ein paar:

  • Mach einen Onlinekurs.
  • Lerne eine Fremdsprache.
  • Schreibe einen Blog.
  • Mache Kreuzworträtsel.
  • Spiel Professor Layton. 😉
  • Lerne ein Musikinstrument.
  • Geh in ein Museum oder eine Ausstellung.
  • Schau Dir auch mal eine Dokumentarsendung an.

Und auch in der Schule gilt: Noten sind wichtig. Aber viel wichtiger als gute Zeugnisse ist echte Bildung. Versuche Sachen wirklich zu lernen und zu verstehen. Das müssen nicht alle Fächer sein. Aber nimm Dir ein bis drei Fächer, die dich wirklich interessieren und Dir Spaß machen und versuche in denen besser zu werden. Verlasse Dich dabei nicht nur auf die Schulbildung. Das ganze Leben, die ganze Welt ist deine „Schule“.

Herz

Mit „Herz“ meint Covey, dass du Beziehungen pflegst, Gutes tust, lachst und Dich selber lieben lernt. Wenn du Gutes tust, dann kommt das Gute auch zu Dir.

Mache Leuten Komplimente. Höre deinem Vater, deiner Mutter oder deiner Schwester heute aufmerksam zu. Mache anderen ein Geschenk oder komme pünktlich zu der Zeit nach Hause, die du mit deinen Eltern ausgemacht hast.

Seit ich aus der Kirche ausgetreten bin und mir deswegen die Kirchensteuer spare, spende ich. Zuerst habe ich 50€ pro Monat der Aktion Mensch gespendet. Mittlerweile sind es schon 80€ pro Monat. Ich will im Privaten Menschen Gutes tun und ich will auch auf der Welt Gutes bewirken. Ich helfe damit Menschen und mir selber gibt es auch ein gutes Gefühl. Ich hoffe, dass ich mein Engagement noch erweitern kann.

Lachen hilft übrigens auch. Lache mehr am Tag. Man sagt nicht umsonst Lachen ist die beste Medizin. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Lachen hilft, kreativer zu denken, Gefühle der Verbundenheit erzeugt und auch Heilungsprozesse beschleunigt. Kinder lachen im Schnitt 300 Mal am Tag, Erwachsene nur noch 17 Mal am Tag. Also don’t worry, be happy, keep smiling!

Seele

Das ist ein Punkt, den ich als ich ein Kind war, gar nicht richtig für mich entdeckt habe bzw. nur so halb. ich habe als Jugendlicher viel Videospiele gespielt. Generell war das nichts Schlechtes. Es hat auch meine Seele gut getan und ich konnte mich richtig in den Computerspielen verlieren. Dadurch ging es meiner Seele gut, aber ich habe zu viel Zeit damit verbracht, so dass mein Herz, mein Verstand und mein Körper darunter gelitten hat.

Heute spiele ich auch noch gelegentlich, wenn ein gutes Spiel rauskommt, sehr gerne alleine Computer. Übrigens am Liebsten Nintendospiele. 🙂 Aber ich spiele eher Multiplayerspiele mit Freunden auf der Coach. So stärke ich meine Seele und mein Herz. Außerdem spiele ich mehr Logik- und Rätselspiele, wie Professor Layton, bei denen ich meinen Verstand schärfe. Und manchmal spiele ich sie dann auch noch in Spanisch um meine Fremdsprachkenntnisse zu erweitern.

Generell geht es bei dem Bereich „Seele“, dass du herausfindest, was Dir gut tut und das dann auch macht. Ein gutes Buch, ein spannder Film oder auch der Konsum von anderen Medien auf YouTube, Instagram und Co. sind dabei auch möglich. Achte aber darauf, wieviel Konsum davon Dir wirklich gut tut. Es ist wie bei der Ernährung. Ein bißchen Cola und Chips schmeckt gut und schadet auch nicht, aber wenn du die ganze Zeit nur Cola und Chips isst, überlege mal wie es Dir geht und wie du aussiehst.

Überlege, was Dir gut tut und mache dies dann gezielt. Mögliche Aktivitäten sind:

  • Meditieren
  • ein gutes Buch lesen
  • Musik hören
  • malen und zeichnen
  • einen Film anschauen
  • früh aufstehen und den Sonnenaufgang genießen
  • Gedichte schreiben
  • Dir Gedanken zu deinen Zielen machen
  • Tagebuch schreiben

Tagebuch schreiben

Einen Punkt, den ich davon erst vor 3 Jahre entdeckt habe ist Tagebuch schreiben. Ich liebe es! Ich habe es fast immer dabei und liebe es mich einfach hinzusetzen und meine Gedanken, Ziele und Wünsche aufzuschreiben.

Ich schreibe dabei nicht immer jeden Tag etwas hinein und auch nicht, was ich jeden Tag erlebt habe. Aber ich habe es oft bei mir und wenn mir was durch den Kopf geht, dann schreibe ich es auf. Wenn man ein Problem aufgeschrieben hat, dann ist es auch schon fast aus der Welt. Außerdem liebe ich es mich genauer mit meinen Zielen zu beschäftigen und mein Leitbild in meinem Tagebuch immer weiter zu bearbeiten.

Also pass auf Dich auf, beherzige die 7. Wege und schärfe deine Sage! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt. Es lohnt sich auch diese 7.Wege immer wieder anzuschauen und sich damit zu beschäftigen. Ich habe viele andere Bücher zur Persönlichkeitsentwicklung gelesen, aber meiner Meinung nach, haben alle nur von dem Buch „Die 7. Wege zur Effektivität“ abgeschrieben oder es interpretiert. Dieses Buch oder seine Version für Jugendliche „Die 7. Wege zur Effektivität für Jugendliche“ ist meiner Meinung nach das beste Buch, wenn es darum geht, seine Ziele und Träume zu leben!