Versicherungen, die man haben kann

Du hast sicher schon den Beitrag „Versicherungen, die man haben sollte“ gelesen und hast eine private Haftpflichtversicherung und hast Dir Gedanken gemacht, wie du deine Berufsunfähigkeit absicherst. Du weißt, dass dies eine Berufsunfähigkeitsversicherung sein kann, aber nicht immer muss. Es gibt ein paar andere Versicherungen, die man haben kann, je nachdem wie seine aktuellen Lebensumstände sind.

Risikolebensversicherung

Wenn du eine Familie mit Kindern und/oder Haus hast, dann solltest du eine Risikolebensversicherung abschließen. Wenn dir oder deinem/deiner Partner/in etwas zustößt, dann zahlt die Risikolebensversicherung die vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen aus.

Wenn man dann alleine mit zwei Kindern ist und ein Haus abzubezahlen hat, ist es schwierig nebenher Vollzeit zu arbeiten. Man kann meistens nur Teilzeit arbeiten und dann reicht das Geld nicht für die monatlichen Raten für das Haus und die Lebenshaltungskosten.

Sicher dabei nicht nur einen beide Partner ab, sondern denke daran, dass sich beide Partner gegeneinander absichern.

Hausratsversicherung

Kann man haben, muss man aber nicht. Mit Hausrat bezeichnet man die Gegenstände (Fernseher, Laptop, Computer, Sofa, andere Möbel,…), die du in deinem Haus oder Wohnung besitzt. Wenn Ihr Hausrat beschädigt oder gestohlen wird, ersetzt die Versicherung den Wiederbeschaffungswert Ihres Hausrats, also die Kosten, um Sachen der gleichen Art und Güte in neuwertigem Zustand wieder zu beschaffen. Deswegen sollte die Versicherungssumme ziemlich genau dem Neuwert deines Hausrat entsprechen. Hausratversicherungen kosten so ca. 40 € im Jahr.

Wenn dein Hausrat nicht allzu groß ist, dann brauchst du auch keine Versicherung dagegen. Generell gilt auch hier wieder mein Satz:

Ist deine Existenz im Schadensfall nicht ruiniert, dann brauchst du auch keine Versicherung dagegen.

Mein Rat: Wenn ihr fast nur IKEA Möbel habt und kaum Wertgegenstände im Haus aufbewahrt, dann braucht ihr auch keine Hausratsversicherung.

Rechtsschutzversicherung

Rechtsstreitigkeiten kosten schnell viel Geld. Eine Rechtsschutzversicherung unterstützt dich daher finanziell dabei, deine Ansprüche auch vor Gericht durchzusetzen. Mal ein Beispiel:

Du hast einen Autounfall und die Schuldfrage ist nicht eindeutig geklärt. Zum Beispiel ist Dir jemand auf der Autobahn hinten rein gefahren, hat Dich nach vorne gedrückt und du bist deswegen in denjenigen vor Dir gefahren. Also ein Unfall mit drei Beteiligten. Der Fahrer, des Autos ganz Vorne meint, dass du Schuld bist, denn du bist in ihn hinten reingefahren. Der Fahrer, des Autos ganz hinten nimmt nur die Schuld auf sich, dass er in Dich reingefahren ist. Um in dieser Situation dein Recht durchzusetzen ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll.

Aber ich habe keine Rechtsschutzversicherung und ich kenne auch niemanden, der eine hat und sie je gebraucht hätte. Denn im obigen Beispiel ist der Normal fall folgendermassen: Der Fahrer des Autos ganz hinten, sagt, dass es seine Schuld war und er den Schaden an beiden Autos auf sich nimmt.

Rechtsschutzversicherungen kosten um die 15 – 20 € im Monat und dann hat man meistens pro Fall eine Selbstbeteiligung von ca. 300 €. Wer auf Nummer sicher gehen will, schließt diese Versicherung ab. Viele empfehlen sie für alle Autofahrer. Ich empfehle sie nicht. Spart euch das Geld und investiert es lieber in euere Vermögensplanung.

Pflegezusatzversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt bei Pflege nur einen Teil der Kosten. Und Pflegen an sich ist einfach teuer. Deswegen ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll. Aber oft sind diese teuer.

Der monatliche Eigenanteil im Pflegefall liegt durchschnittlich bei 1.500 €. Wenn du diesen voll abdecken willst, zahlst du als 20jähriger ca. 7€ im Monat. Bei einem 40jährigen zahlt man ca. 40€ im Monat. Auch wenn ihr sie im Alter von 20 Jahren abschließt, werden die Beiträge sicher steigen, wenn ihr älter seid.

Deswegen wäre mein Ratschlag, sich das Geld zu sparen und es auch hier in euere Vermögensplanung zu investieren.

Anmerkung: Ich habe gerade beim Schreiben dieser Zeilen gemerkt, dass ich bei meiner privaten Krankenkasse (ich bin Beamter, da ist man private krankenversichert) eine Pflegezusatzversicherung habe, die mich 14 € im Monat kostet. Dies ist nicht die Welt, aber ich wusste es nicht und ich weiß auch nicht wieviel Geld ich im Monat bekomme, wenn ich Pflegefall werde. Dies muss ich unbedingt nachgehen. Ich schreibe jetzt der Versicherung, wieviel ich genau bekomme und werde dann wahrscheinlich diesen Teil meiner Versicherung kündigen.

Zahnzusatzversicherung

Ich habe im Beitrag „Versicherungen, die man haben muss“ schon erläutert, dass man sich eine Zusatzleistung für seine Zähne, z.B. Zahnreinigung, direkt bei der Auswahl der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichern kann.

Deswegen würde ich nicht Extra eine Zahnzusatzversicherung nehmen. Achtet bei der Auswahl der Krankenversicherung einfach schon darauf, welche Leistungen euch wichtig sind und wählt dementsprechend eueren Versicherer.

FAZIT

Überlegt, was ihr wirklich braucht. Jemand, der andere mitversorgt oder ein Haus hat, braucht eine Risikolebensversicherung. Jemand der viel teueren Hausrat hat, kann sich eine Hausratversicherung überlegen. Alles andere würde ich nicht wirklich empfehlen. Auch wenn eine Rechtsschutzversicherung schonmal Sinn machen kann, ist mir noch kein Fall bekannt, bei dem jemand in meinem Umfeld sie gebraucht hätte.

Versicherungen, auf die man verzichten sollte

Kennt ihr schon den Artikel „Traue keinem Versicherungsvertreter.“? Oft kann man auf die Versicherungen verzichten, die er anbietet. (Ich schreibe absichtlich er, da ich keinen weiblichen Versicherungsvertreter kenne. Wahrscheinlich wären Frauen hier zu ehrlich und könnten den Menschen keine Scheiß Produkte andrehen).

Aber ganz ehrlich? Es gibt zwei Sachen zu bedenken:

  1. Sie können Euch nur Produkte ihrer Firma anbieten. Meistens findet ihr im Internet auf CHECK24 oder VERIVOX günstigere und bessere. Hört da auch nicht auf den Satz: „Wenn sie mindestens drei Produkte in unserem Haus abschließen, wird es günstiger.“ Damit wollen sie euch nur ködern.
  2. Alles außer einer privaten Haftpflichtversicherung und einer Absicherung für den Berufsverlust durch Krankheit bzw. Unfall (BU oder Unfallversicherung) braucht ihr nicht unbedingt.

Kombiprodukte

Verzichtet auf alle Kombiprodukte. Ein typisches Kombiprodukt wäre eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ). Dies kombiniert eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rentenversicherung.

Du solltest wissen, dass jede Versicherung unterschiedliche Ziele verfolgt. Die Berufsunfähigkeit sichert Dich im Arbeitsleben ab und die Rentenversicherung gibt Dir z.B. ab dem 67. Lebensjahr eine zusätzliches Geld im Monat. Für beides kann man sinnvolle Argumente finden. Und für beides kann man auch einzelne gute Versicherungen finden.

Das Problem ist nämlich, dass man bei Kombiprodukten die Preise nicht mehr vergleichen kann, und daher meist zu viel bezahlt. Vergleichbarkeit ist bei Kombiprodukten einfach nicht gewährleistet.

Deswegen lasst die Finger weg von Kombiprodukten und kauft lieber einzelne Produkte.

Sterbegeldversicherung

Bei einer Sterbegeldversicherung handelt es sich eigentlich um eine kleine Kapitallebensversicherung. Beim Tod der versicherten Person wird die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt. 

Nachteil: Nur ein Teil der eingezahlten Prämie wird wirklich für den Sparanteil bezahlt. Der Rest wird für die Deckung der Verwaltungskosten und für den Risikoschutz verwendet.

Eine einfache Beerdigung kostet im Durchschnitt 7.930 Euro. Dieses Geld können sie auch einfach ansparen und ihren Hinterbliebenen für diesen Zweck hinterlassen.

Krankenversicherung für Tiere

Von der Versicherung werden in der Regel die Kosten nur bis zu einer bestimmten Höhe übernommen. Den Rest müssen Herrchen und Frauchen aus eigener Tasche bezahlen, wenn diese Höchstsätze überschritten werden.

Lieber legt man sich Geld für die Tiere zurück und zahlt die Behandlungen aus eigener Tasche.

Reisegepäckversicherung

Diese werden oft direkt bei einem Flug mitgeboten. Aber sie sind relativ teuer. Möglicherweise ist Ihr Reisegepäck bis zu einer festgelegten Obergrenze in einer bestehenden Hausratversicherung versichert, wenn es aus dem verschlossenen Hotelzimmer gestohlen wird.

Außerdem ist die maximale Summe oft nur bei ca. 2000 € für die man dann auch noch oft 500 € Selbstbeteiligung zahlen muss.

Handyversicherung

Ich hatte zwei Jahre lang eine Handyversicherung für 13 €/Monat. Ich habe also 312 € insgesamt gezahlt. Jetzt ist mein Displayglas kaputt gegangen. Die Versicherungen hat es über einen Reparaturservice repariert. Kostenpunkt: 199,93 €. Dies hätte ich auch aus eigener Tasche zahlen können.

Ich kündige jetzt lieber die Versicherungen und lege mir für 11€ eine Hülle zu.

Meine generelle Meinung zu allen Versicherungen:

Ist deine Existenz im Schadensfall nicht ruiniert, dann brauchst du auch keine Versicherung dagegen.

Was fallen Euch noch für Versicherungen ein, die man nicht braucht?

Ist die Berufsunfähigkeits-Versicherung wirklich ein Muss?

In dem Beitrag „Versicherungen, die man haben sollte“ habe ich geschrieben, dass die private Haftpflichtversicherungen für alle ein Muss sein sollte. Da führt auch kein Weg vorbei. Jeder sollte diese Versicherung haben.

Außerdem habe ich geschrieben, das die Experten auch schreiben, dass eine Berufunfähigkeitsversicherung (BU) ein absolutes Muss ist. Aber ich habe das Gefühl, dass viele das aus Gewohnheit und Tradition machen. Der Versicherungsvertreter empfiehlt es, mein Nachbar und mein bester Freund haben eine, also brauche ich auch eine.

Beispiel: Handwerkerberuf

Machen wir mal ein Beispiel. Ein Handwerker verdient 2000 € Netto, also nach Abzug aller Steuern und Sozialversicherungen (also Versicherungen, die man haben muss). Nehmen wir an, er ist am 20.02.2002 geboren. Er ist also noch jung, hat gerade angefangen und hat Glück, dass er ein gutes Einstiegsgehalt ergattern konnte. Er fährt außerdem gerne Mottorad. Er hat aber Angst, dass er wenn er einen Unfall hat und zum Beispiel beide Beine verlieren würde nicht mehr arbeiten könnte. Er will deswegen eine BU abschließen und vergleicht bei CHECK24..

Er wählt eine BU aus, die 2000 € bis zum 67. Lebensalter zahlen würde. Hier kostet ihn der Preis-Leistungs-Sieger 120,78 €.

Das ist sehr viel Geld. Wir vergleichen jetzt, was passieren würde, wenn er dasselbe Geld in einen ETF-Sparplan mit 5% (ist ein durchaus auch in der heutigen Zeit realistischer Wert) investieren würde. Wenn er bis zum 67. Lebensjahr, also ca. 49 Jahre einzahlen würde, hätte er am Ende ein Kapital von 293.473 €, also fast 300.000 €. Das ist eine ganz schöne Summe Geld.

Unfallversicherung

Jetzt will er aber nicht komplett ohne Absicherung dastehen. Er überlegt, ob er statt der BU für 120 € im Monat auch eine Unfallversicherung abschließen könnte. Er schaut nach Unfallversicherungen auf CHECK24 und stellt folgende Werte ein.

Man kann hier bei der Grundsumme und der Progression ein bißchen rumspielen. Es verändern sich dann immer die Werte, die in dem Kasten bei der Person eingeblendet sind. Wenn man aktuell ein Beine verliert würde, würde man von der Versicherung mindestens 200.000 € bekommen. Wenn man das Gehör auf einem Ohr verliert erhält man 40.000 €, bei einem großen Zeh nur 5.000 €. Außerdem haben wir noch eingestellt, dass im Todesfall die Hinterbliebenen 5.000 € bekommen würde. Das würde gerade die Beerdigungskosten decken. Dieser Wert ist empfohlen und wir haben ihn einfach mal so gelassen.

Hier kostet der Preis-Leistungs-Sieger gerade mal 11,14 € im Monat. Wenn er hier beide Beine bei einem Motorradunfall verlieren würde, würde die Versicherung ihn 350.000 € zahlen.

Generell wirkt das wie viel Geld. Aber natürlich kommen auf einem in einen solchen Fall eine Menge an Kosten, an die man nicht direkt denkt, wie zum Beispiel der Umbau der Wohnung/Hauses. Das Geld würde aber in der Regel für alle Folge kosten gut ausreichen. Und mit dem Restgeld könnte man mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte leben. Das ist dann genug Zeit um sich beruflich umzuorientieren. Denn das Leben ist ja nicht zu Ende, bloß weil man keine Beine mehr hat.

FAZIT:

Es ist ein schlimmes Schicksal, wenn man durch einen Unfall invalide wird. Hinzu kommt dann noch, dass man seinen Beruf verliert. In irgendeiner Form muss man sich hier absichern. Aber statt einer teueren BU für 120 € im Monat, kann man auch eine Unfallversicherung für gerade mal 11 € im Monat in Betracht ziehen. Den restlichen Betrag von fast 110 € kann man dann sparen und investieren. Und Vermögensaufbau ist auch eine Form der Absicherung.

Versicherungen, die man haben sollte

Private Haftpflichtversicherung

Ganz klar: Die private Haftpflichtversicherung ist ein Muss. Ich finde, sie sollte eine Pflichtversicherungen für jeden sein. Warum?

Jeder kann schnell mal einen anderen einen hohen Schaden zuführen. Dann zahlt die private Haftpflichtversicherung diesen Schaden. OK, jetzt ist Dir vielleicht klar, dass du mit dem Auto einen großen Schaden anrichten kannst. Einen Schaden, den du dann nicht mehr bezahlen kannst. Aber du meinst ohne Auto ist das nicht möglich. FALSCH. Hier ein Beispiel:

Frau Meier hat es eilig und überquert eine rote Ampel. Daraufhin muss ein Auto scharf bremsen, woraufhin es zu einem Auffahrunfall mit einem Bus kommt. Sowohl der Fahrer des Autos als auch der des Busses und einige Fahrgäste werden verletzt. Aus dem Unfall resultieren sowohl Schadenersatzansprüche für die beschädigten Fahrzeuge als auch Personenschäden und daraus resultierende Schmerzensgeldforderungen von insgesamt 750.000 Euro.

Dies kommt nicht so häufig vor, ich weiß. Aber es gibt auch nicht so dramatische Fälle, die dafür viel häufiger vorkommen. Auch hier ein Beispiel:

Martin ist Student und hilft öfter mal Freunden beim Umzug. Bei einer Hilfsaktion lässt er versehentlich den Computer eines Freundes fallen, der daraufhin nicht mehr funktioniert. Der PC war noch recht neu, es entsteht ein Schaden von etwa 1.500 Euro.

Das Schöne ist: Die private Haftpflichtversicherung ist nicht teuer. Für 2 – 8 € im Monat bist du versichert. Deswegen: Schließ diese Versicherung ab. Hier habe ich mal die günstigen 3 von Check24.de aufgelistet.

Die 2. Versicherung kostet 29,60 € im Jahr, das sind gerade mal 2,47 € im Monat. Außerdem ist hier noch eine Schlüsselversicherung für die Mietwohnung dabei. Das ist praktisch. Denn manche Vermieter bestehen bei Schlüsselverlust, das direkt das ganze Schloß ausgetauscht werden muss, was gerade bei neuen Wohnungen und Schließanlagen teuer werden kann. Und wie schnell hat man nach einer durchzechten Partynacht mal den Schlüssel verloren.

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Viele Experten meinen, dass man eine BU haben sollte. Ich bin da anderer Meinung. Ich habe selber keine BU. Aber als Lehrer habe ich auch leicht reden. Werde ich nämlich berufsunfähig, dann bekomme ich immerhin einen Teil (einen kleinen Teil) meiner Pension. Viele meiner Lehrerkollegen haben aber trotzdem noch zusätzlich eine BU um im Falle ihren Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Ich denke mir, aber immer: Welcher Fall soll eintreten, dass ich als Lehrer berufsunfähig werde? Ich bin sehr sportlich unterwegs. Meine Hauptgefahr ist, dass ich querschnittsgelähmt werde, durch einen Snowboardunfall. Aber selbst dann kann ich noch arbeiten.

Bei Lehrern ist der häufigste Fall der zur Berufsunfähigkeit führt der Burnout. Und ich kenne mich, ich bekomme keinen Burnout, da ich mit Stress sehr gut umgehen kann bzw. diesen oft gar nicht empfinde. Also brauche ich mich auch nicht dagegen versichern lassen.

Aber nochmal langsam: Die BU versichert den zuletzt ausgeübten Beruf. Wegen welcher Erkrankung Sie Ihren Job nicht mehr machen können, spielt dabei keine Rolle. Die meisten Versicherer zahlen, wenn Sie – ärztlich nachgewiesen – zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sind.

Was heißt zu 50% berufsunfähig?

Dazu liest man oft folgendes: Wenn Sie statt bisher 8 Stunden nur noch 4 Stunden am Tag arbeiten können, ist das ein Anhaltspunkt dafür, dass Sie Berufsunfähig sind. Das suggeriert schon, das die BU am ehesten bei Berufen greift, die eine körperliche Arbeit voraussetzt. Und tatsächlich: Chronische Erkrankungen wie Rheuma, Gicht, Osteoporose und Arthrose sind die häufigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit bei der Erkrankung des Bewegungsapparates. 

Jemand, deren Arbeit körperlich sehr anstrengend ist, ist eher von diesen Krankheiten betroffen und sollte auf jeden Fall eine BU haben. Wenn jemand eher einen Bürojob hat, braucht er vielleicht keine BU. Oder zumindest sollte er sich überlegen, was dazu führen könnte, dass er berufsunfähig wird. Über 31% aller Antragstellungen für eine BU-Rente sind mittlerweile auf psychische Erkrankungen wie Depression oder Burnout zurückzuführen. Wenn man denkt, dass man dafür anfällig seien könnte, dann ist auch im Bürojob eine BU sehr zu empfehlen.

Im Unterschied zu einer privaten Haftpflichtversicherung ist eine BU sehr teuer. Ich habe bei CHECK24 mal folgende Daten eingegeben:

Man bekommt hier bis zum Eintritt in die Rente, also bis zum 67. Lebensjahr 1500 € pro Monat. Danach bekommt man leider eine sehr kleine Rente, weil man ja sehr lange nicht eingezahlt hat. Schauen wir mal, wieviel die Versicherungen kosten:

Nehmen wir jetzt mal an, dass wir zum Leistungssieger gehen und 53,70 € im Monat bezahlen. Man könnte diesen Betrag stattdessen auch monatlich sparen und für 5% (ist ein durchaus auch in der heutigen Zeit realistischer Wert) investieren. Dann hätte man nach 45 Jahren (so lange muss man arbeiten um abschlagsfrei in Rente zu gehen) die Summe von 108.660 € angespart. Das ist zusätzlich zur gesetzlichen Rente (die nicht so groß sein wird) eine schöne Summe angespart. Und an dieses Geld kann man jederzeit ran und frei darüber verfügen.

Fazit:

Eine private Haftpflichtversicherung ist günstig (ca. 5€ im Monat) und sollte jeder haben, da sie einen vor den finanziellen Ruin schützt. Eine BU ist empfehlenswert, da es passieren kann, dass man berufsunfähig wird. Jeder sollte sich aber gut überlegen, ob er sie wirklich braucht, da sie schon recht teuer ist (mindestens 50 € im Monat). Und oft kann man zwar nicht mehr im aktuellen Beruf arbeiten, aber könnte einen anderen Beruf ergreifen.

Versicherungen, die man haben muss

Versicherungen schützen einem im Schadensfall. Wenn einem das Fahrrad geklaut wird und man eine Fahrrad-Diebstahl-Versicherung hat, bekommt man das Geld für den Restwert des Fahrrades zurück. Bei dieser Versicherung kann man sich selber überlegen, ob man sie braucht oder nicht. Aber es gibt auch Versicherungen, die man haben muss, die sogenannten Pflichtversicherungen.

KFZ-Versicherung

Jeder denkt, dabei sofort an die Autoversicherung. Bei Autoversicherungen muss man zwischen zwei Versicherungen unterscheiden, wobei nur eine von Ihnen Pflicht ist:

  • die KFZ-Haftpflichtversicherung
  • die KFZ-Vollkaskoversicherung

KFZ-Haftpflichtversicherung

Diese Versicherung ist wirklich Pflicht. Jeder Mensch, der in der Europäischen Union ein Auto anmeldet, muss sie haben. Deswegen musst du auch einen Versicherungsnachweis zur KFZ Zulassungsstelle mitbringen, wenn du dein Auto anmeldest und dein Nummernschild bekommst.

Es gibt mehrere verschiedene Haftpflichtversicherungen. Eine Haftpflichtversicherung zahlt immer dann, wenn du zur Haftung verpflichtet bist, also wenn du einen Schaden verursacht hast, den du zahlen musst. Die KFZ-Haftpflicht deckt dabei alle Schäden ab, die du mit deinem Auto verursachst.

Kannst du Dir denken, wieso diese Versicherung Pflicht ist?

Na, weil schnell eine hohe Schadenssumme zusammen kommen kann, wenn du einen Unfall baust. Du brauchst nur einen Moment auf der Autobahn nicht aufmerksam gewesen sein, übersiehst einen Stau, dein Vordermann bremst, du siehst das nicht rechtzeitig und knallst von hinten in ihn rein. Sein Auto wird durch den Aufprall nach vorne ins nächste Auto geschoben. Und schon hast du einen Schaden an zwei Autos verursacht. Wenn dann noch die Person im mittleren Auto ein Schleudertrauma hat, ist dein Schaden sehr schnell im mittleren fünfstelligen Bereich, also zwischen 20.000 – 60.000 €. Hättest du keine Versicherung könntest du diesen Schaden nicht aufbringen und wärst insolvent, also zahlungsunfähig. Und die anderen müssten schauen, woher sie das Geld herbekommen.

Die Versicherung ist deswegen auch ein Schutz für alle Verkehrsteilnehmer, so dass sie wissen, wenn sie unverschuldet in einen Unfall geraten, sie von der Versicherung des Unfallsverursacher den Schaden ersetzt bekommen.

Es lohnt sich hier bei einem Vergleichsportal wie Check24 oder Verivox die Tarife zu vergleichen. Wir schauen und das gleich mal ausführlicher am Beispiel der Krankenversicherung an. Jetzt aber erstmal zur …

KFZ-Vollkaskoversicherung

Diese ist nicht Pflicht. Sie ist eine Versicherung, die man haben kann, aber nicht muss Sie zahlt den Schaden, den du an deinem Auto bei einem Unfall hast. Schauen wir uns nochmal das obige Beispiel an:

Die anderen beiden Autos sind beschädigt. Das zahlt deine KFZ-Haftpflichtversicherung. Dein Auto ist aber auch beschädigt. Das zahlt die KFZ-Haftpflicht nicht, aber deine Vollkaskoversicherung, wenn du eine hast.

Generell lohnt sich diese Versicherung, wenn du ein Auto mit einem hohen Wert hast. Hast du Dir das Auto nur gebraucht für 2000€ gekauft, dann lohnt sich die Versicherung nicht. Im schlimmsten Fall ist halt das Auto weg, aber es hat auch nicht viel gekostet und der Schaden wäre verschmerzbar. Klar, ist es immer noch nicht schön, wenn so etwas passiert, aber es wäre auf jeden Fall kein Schaden, bei dem du finanziell ruiniert wirst. Hast du dagegen ein Auto im Wert von 60.000 € auf Kredit gekauft, denn du mit hohen Raten abzahlst (was du übrigens nie tun solltest), dann solltest du auch wenigstens eine Vollkaskoversicherung haben.

Krankenversicherung

Diese Versicherung ist auch Pflicht. Jeder in der europäischen Union muss krankenversichert sein. Wenn du ganz normal angestellt oder in der Ausbildung bist, dann bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung. Du zahlst dann 14,6% deines Bruttolohns in diese Versicherung. Wenn du also 1000€ Ausbildungsgehalt bekommst, wären das 146€, von denen aber die Hälfte dein Arbeitgeber übernimmt. Es wandern also direkt über den Lohnzettel 73€ zu deiner gesetzlichen Versicherung.

Du kannst Dir diese Versicherung aussuchen. Dazu musst du einfach nur auf Vergleichsportalen wie Check24 oder Verivox auf Gesetzliche Krankenversicherung klicken.

Ich zeige Dir mal, wie das bei Check24 aussieht. Nachdem du eingestellt hast, dass du Arbeitnehmer bist, musst Du dein Jahresgehalt eingeben. Wir nehmen mal 12.000 €, also 1.000€ Monatsgehalt mal 12. Außerdem musst du deine Postleitzahl und deine aktuelle Krankenkasse angeben. Wenn du sie nicht weißt, kannst du einfach deine Eltern fragen, bei welcher Versicherung du jetzt gerade bist.

Dann werden Dir ganz viele Versicherungen angezeigt. Wir haben sie jetzt mal hier nach besten Kundenbewertungen sortiert.

Die fällt vielleicht als erstes auf, dass der Beitragssatz nicht 14,6 % ist, sondern z.B. bei der BARMER 15,7%. Das liegt daran, dass sie noch Zusatzleistungen anbieten, die dann auch mehr kosten. Wenn Dir zum Beispiel eine Zahnreinigung wichtig ist, dann wäre keine der drei Versicherungen etwas für Dich. Du könntest dann aber die DAK Gesundheit nehmen, die nur 2€ mehr im Monat kostet.

Stöbere einfach mal ein bißchen durch den Katalog und überleg Dir, was Dir wichtig ist. Es wird Dir auch genau auf der Webseite erklärt, was „Gut“ bei der Zahnreinigung genau bedeutet.

Renten-, Arbeitslosigkeit- und Pflegeversicherung

Auch diese drei Versicherungen sind Pflicht und werden Dir direkt vom Bruttolohn abgezogen. Du merkst also unter Umständen gar nicht, dass du sie hast. Auch hier zahlt dein Arbeitgeber wieder die Hälfte. In der folgenden Tabelle siehst du den jeweiligen prozentualen und absoluten Anteil, wenn wir wieder von 1000 € Bruttogehalt im Monat ausgehen.

Art(Arbeitnehmeranteil)
prozentual
(Arbeitnehmeranteil)
absolut
Rente9,3 %93 €
Arbeitslosigkeit1,25 %12,5 €
Pflege1,525 %15,25 €

Du siehst also, dass dabei die Rentenversicherung den Löwenanteil ausmacht. Wenn wir annehmen, dass du 73 € für die Krankenversicherung zahlst, hättest du also von deinem Ausbildungslohn monatlich noch 806,25 € übrig. Von anderen Zahlungen wie Lohnsteuer bist du befreit.

Rentenversicherung

Aktuell ist das Renteneintrittsalter 67 Jahre alt. Wahrscheinlich wird es, bis du in Rente gehst deutlich höher liegen. Ich gehe generell davon aus, dass sich in den nächsten 20 Jahren einiges an der gesetzlichen Rentenversicherung ändern wird. Das Modell ist ein Umlagenmodell, d.h. dass die aktuellen Arbeitnehmer für die Rente zahlen. Aktuell kommt 1 Reiter auf 3 Arbeitnehmer, in 10 Jahren kommt 1 Rentner auf nur noch 2 Arbeitnehmer.

Im Jahre 2018 lag das Durchschnittseinkommen in Deutschland bei 3770 € Brutto im Monat. Davon zahlt man 9,3% Rentenversicherung, also 350,61 €. Da der Arbeitgeber die andere Hälfte zahlt, kommen wir auf 701,22 €. Wenn auf zwei Arbeitnehmer ein Renter kommt, haben wir also 1402,44 € zur Verfügung. Mindestens ein Viertel (eher mehr) geht für die Verwaltung drauf, also haben wir 1051,89 € im Monat Brutto zur Verfügung. Also haben wir ungefähr ein Ausbildungsgehalt im Monat zur Verfügung. Das ist nicht viel und wahrscheinlich wird es eher weniger sein, wie man an der nachfolgenden Tabelle aus der Statistik der Deutschen Rentenversicherung für 2019 sieht:

Schon aktuell leben Frauen knapp an der Grenze zur Altersarmut. Laut statista gilt als armutsgefährdet, wer im Monat mit weniger als 961 Euro auskommen muss.

Man sollte sich also nicht auf die Gesetzlichen Rentenversicherung verlassen, sondern selber privat vorsorgen und Vermögensaufbau betreiben.

Arbeitslosigkeitsversicherung

Wenn du deine Arbeit verlierst, bekommst du ein Jahr lang Arbeitslosengeld 1. Dies beträgt ca. 2/3 deines letzten Bruttogehalts. Damit kannst du deinen Lebensstandard ein Jahr lang aufrecht erhalten, ohne Dich groß einschränken zu müssen.

Wenn du länger als ein Jahr lang, keine Arbeit hast, erhältst du Arbeitslosengeld 2, das sogenannte Hartz 4. Du erhältst 432 € im Monat. Zusätzlich erhältst du abhängig vom Wohnort ca. 400 – 600 € im Monat für deine Wohn- und Heizkosten. Du landest also ziemlich genau auf Armutsgrenze von 961 €.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung übernimmt Kosten für einen ambulanten Pflegedienst oder die stationäre Pflege im Pflegeheim. Kümmern sich nahestehende Menschen um den Pflegebedürftigen, zahlt die Kasse ein Pflegegeld.

Fazit:

Du brauchst Dich um nicht viel zu kümmern. Kranken-, Renten-, Arbeitslosigkeit- und Pflegeversicherung werden automatisch von deinem Gehaltszettel abgebucht. Aber es lohnt sich sehr, bei der KFZ-Haftpflichtversicherung und bei der Krankenversicherung die Preise und Leistungen zu vergleichen. Dafür eigenen sich Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox sehr gut.

Außerdem solltest du Dich privat um deine Rente bzw. deinen Vermögensaufbau kümmern. Wie das geht, lernst du später.

Höre nicht auf den Versicherungsvertreter!

Lars rief eines Nachmittags bei mir an. Wahrscheinlich rief er absichtlich nich vormittags an, da er wusste das ich damals um diese Zeit noch nicht fit und oft schlecht gelaunt war. Denn Lars kannte mich. Als ich noch in meinem Elternhaus (bei Mama) gewohnt habe, waren wir zusammen im Tennisclub und miteinander auch die ein oder andere Nacht zusammen gefeiert. Ich war mittlerweile 26 und er 24.

Ein alter Bekannter

„Super“, dachte ich mir, „mein alter Bekannter ist mittlerweile Versicherungsvertreter! Mit dem kann ich alles Mal in Ruhe durchsprechen. Dem kann ich vertrauen!“

Spulen wir die Zeit vor. Ein halbes Jahr später hatte ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Rechtsschutzversicherung, eine Haftpflichtversicherung, eine Unfallversicherung und sogar einen Riesterrentenfonds als Altersvorsorge. Eine andere private Rentenversicherung und zwei Bausparverträge zur Altersvorsorge bzw. Häuserbau hatte ich übrigens auch noch, aber nicht von ihm, sondern noch von früher. Mir hätte das damals schon komisch vorkommen müssen, dass Lars mich nie wirklich nach meiner schon vorhandenen Altersvorsorge gefragt hat. Ich hatte also 4 neue Versicherungen, 2 Produkte für die Altersvorsorge und 2 Bausparverträge. Ein ganz schönes Durcheinander.

Mein aktueller Zustand

Mittlerweile bin ich 10 Jahre älter und habe von den oben genannten Versicherungen nur noch eine: Und zwar die private Haftpflichtversicherung. Alle anderen Versicherungen, die private Altersvorsorge und die Bausparverträge habe ich gekündigt oder verkauft. Ich habe meinen Versicherungsvertreter Lebewohl gesagt und meine Versicherungen und meine Finanzen in die eigene Hand genommen. Das war gar nicht so schwer. Ich fühle mich dadurch besser, klarer, aufgeräumter und frei! Ich hatte einen Wust an Versicherungen und Produkten zum Vermögensaufbau. Jede einzelne Versicherungen oder jedes einzelne Produkt ist für sich allein genommen nicht schlecht und auch nicht verkehrt (außer aktuell noch einen Bausparvertrag abzuschließen, aber das ist eine andere Geschichte). Jedes Produkt hat Vor- und Nachteile. Die Frage ist aber:

Passt es zu mir?

Passen die Produkte und Versicherungen zu mir und zu meinem Leben? Will ich so viel versichert sein? Muss ich überhaupt gegen jeden Scheiß versichert sein? In welchem Fall zahlt die Versicherung überhaupt? Welche Versicherung muss man haben, welche sollte man haben, welche kann man haben und welche sind Bullshit?

Meinem Versicherungsvertreter war es egal wie die Produkte zu mir gepasst haben. Er hat mich nicht gefragt wie ich mir meine Zukunft vorstelle oder wie risikobereit ich bin. Er wollte nur seine Produkte verkaufen. Manche Nachfragen konnte er mir gar nicht beantworten. Das hätte mir damals schon komisch vorkommen müssen. Generell war er auch früher im Tennisclub nicht der Hellste. 🙂

Habe ich einen Preis- und Leistungsvergleich gemacht?

Außerdem hatte ich nie die Preise oder Leistungen verglichen. Alle Versicherungen hatte ich bei EINEM Anbieter. Warum? Kaufe ich meinen Fernseher, Laptop, Kühlschrank, mein Smartphone oder meine Spülmaschine von demselben Hersteller? Nein! Ich schaue mir Bewertungen an, vergleiche die Preise und entscheide dann welches Produkt ich von welchen Hersteller nehme. Warum mache ich das nicht auch bei Versicherungen und Produkten zum Vermögensaufbau?

Weißt du wieviel Versicherungen und andere Finanzprodukte du hast?

Und welche sind das?

Passen sie zu Dir und bist du damit zufrieden oder bräuchtest du noch was?